Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Berlinischen Galerie realisieren die Landschaftsarchitektinnen von atelier le balto auf dem Vorplatz des Museums eine künstlerische Garteninstallation. Die Südfassade des Museums wird mit verschiedenen Kletterpflanzen bespielt. Unter der gegenüberliegenden Baumreihe, die zur Straße hin anschließt, entsteht ein Terrassendeck mit Sitzmöglichkeiten. Die Installation lädt zum Verweilen ein, schafft eine besondere Aufenthaltsqualität auf dem Vorplatz und spendet in den heißen Sommermonaten Schatten. In und um den öffentlichen Garten herum finden im Sommer 2025 verschiedene Veranstaltungen wie Artist Talks, Performances oder Vermittlungsprogramme statt. Der neue geschaffene Ort lädt Besucherinnen und Nachbar*innen der Berlinischen Galerie dazu ein, in entspannter Atmosphäre zusammen zu kommen.
fatkoehl architekten & Quest mit forty five degrees und atelier le balto gewinnen Konzeptvergabeverfahren zum Waiblinger IBA’27_Projekt
Das Grundstück befindet sich im nördlichen Randbereich des Siedlungsgebiets der Körber Höhe an der Grenze zwischen Stadt und Land. Unser Entwurf „Garten zum Wohnen“ verbindet diese Lebensbereiche mit dem Garten als verbindendem Element. Er lässt Architektur und Landschaft zu einem Ganzen zusammenwachsen. Eine grüne Promenade zieht sich durch Architektur und Freiraum: Horizontal über eine als Treppe angelegte grüne Fuge und begrünte Laubengänge.
véronique faucheur, marc pouzol, marc vatinel, nil lachkareff & lilith unverzagt
Erste Skizze „respiration“
Dezember 2024 bis Dezember 2025 im kgm
„Respiration“ könnte der Titel einer Choreografie sein. Tatsächlich ist die Gartenkunst, als Ausdrucksform, eng mit der Bewegung verbunden. Nur sind hier die Pflanzen die Akteure und wir, Garten- und Landschaftsarchitekt:innen und Gärtner:innen, stellen deren Wachstumsbedingungen her – durch Licht, Schatten, Boden, Wasser und Standortbestimmung.
Anfang Dezember fand der erste Workshop mit atelier le balto und Studierenden der UdK statt. Gemeinsam räumen wir den Garten auf, sammeln Feld- und Ziegelsteine, stapeln Granitplatten und haken Laub. Die vom Buchsbaumzünsler befallenen Buxus sempervirens (Buchsbaumkugeln) werden zu Mulch geschreddert und bleiben Teil des Kreislaufs im Garten. Auch die lichtschluckenden Eiben und dunklen Mahonien werden zurückgeschnitten und die Rosen auf den Stock gesetzt, damit sie im Frühjahr neu austreiben können. Geranium und Miscanthus werden verpflanzt und die jungen Obstbäume in Wurzelbeuteln im Carrée aufgestellt. Die Yucca wird freigeschnitten und auch die drei großen Bäume Cornus (Hartriegel), Prunus (Steinobstgewächs) und Carpinus (Hainbuche) werden aufgeastet, sodass mehr Licht in den Garten dringt. Äste, Wurzeln, Laub und Sträucher werden geschreddert und zu Mulch verarbeitet, der in einem halben Jahr als Humus im Garten verteilt wird. Für die Zwischenzeit wird Gründünger gesät, der den Boden schützt, auflockert und ihn im Frühjahr als Mulch anreichert. Die Transformation des Gartens beginnt im Dezember und wird von einer Ausstellung im Museum und im Garten begleitet.