Schlagwort-Archiv: KUEHN MALVEZZI

MOST

SuperMost – SuperStudio – Creative Hub Most: Transformation of the Former Municipal Library (CZ)

Beurteilung durch das Preisgericht:

The team has developed a strong and coherent house-within-a-house concept that convincingly unites the respectful treatment of the existing structure with an innovative programmatic and ecological approach. An “inhabited wall” encircles a compact inner core zone that wraps around the two courtyards. Between the existing façade and this new inner wall, a generous semi-conditioned space emerges – a buffer zone that not only provides access to the inner core but also accommodates different programs (exhibitions, recreation, informal meeting areas, creative corners, …). The materiality of the inhabited wall (clay, felt, wood), as well as its porous spatial condition (niches, openings), transforms the wall into a performative interface that enriches the quality of both the core and the buffer zone on multiple levels, including the regulation of acoustics and humidity. The house-within-a-house principle makes Supermost a breathing organism in dialogue with the changing climatic conditions of the seasons. In the context of Most, it establishes a promising ecological approach that could become a groundbreaking reactivation strategy for modernist heritage in the face of increasing climatic challenges. The organization of the functions is clearly structured: the existing ramp provides the main access, while the existing entrance level becomes a mediating central “square” with collective school programs (drama, dance studio, exhibition, gathering). The two upper levels accommodate the two schools, integrating the artist residences along the double-height gallery. The lower levels (the base) strongly improve the relationship to the adjacent park by introducing a café and a generous foyer. On the roof, an “educational” garden enriches the pedagogical spectrum of the school. The building is embedded in a landscape ring that manifests the project’s synergetic approach: the orchestrated encounter of architectural, landscape, and energy design impressively merges spatial and atmospheric values with programmatic challenges, demonstrating a high level of resource awareness. The indoor climate is managed through a passive, multi-level climate strategy. The pent roof filters sunlight and shades the interior, whilst the courtyards provide natural ventilation and a chimney effect; meanwhile, ‘superwalls’ regulate humidity and temperature in individual rooms. Mechanical systems are used only as a supplement where necessary. The commission finds this approach highly convincing and viable in terms of achieving optimal operating costs.

Plan 1:1000
Plan 1:400
Esquisse concours
Références atelier le balto
Toiture plantée
Esquisse concours

Mehr unter: Link

Vertikaler Promenade

Bild: KM, Juli 2025

„Kuehn Malvezzis Siegerprojekt sah neben dem Verwaltungsgebäude für das Jobcenter und die aufgesattelten Forschungsbauten ein drittes wesentliches Element vor: Ein vertikaler Garten sollte den Übergang zur Nachbarbebauung bilden und gleichzeitig einen öffentlichen, parkartigen Weg vom Erdgeschoss hinauf zum Gewächshaus entstehen lassen. „Bislang kannten wir den vertikalen Garten in zwei Ausführungen“, erläutert Wilfried Kuehn: „Als botanisches Gemälde á la Patrick Blanc – sehr schön aber sehr statisch und furchtbar schwer zu erhalten. Oder als „Etagere“, wie sie der Architekt Stefano Boeri bei den beiden Hochhaustürmen „Bosco Verticale“ in Mailand realisiert hat. Auch sie ist in der Unterhaltung eine gärtnerische Herausforderung und nimmt dem Gebäude zudem Licht und Ausblick. Wir wollten etwas Drittes.“

„Dieses „Dritte“ entwickelten Kuehn Malvezzi zusammen mit den Berliner Landschaftsarchitekten vom atelier le balto. le balto knüpften bei dem Entwurf an ihren 2002 entstandenen „jardin sauvage“ hinter dem Palais de Tokyo in Paris an. Auf einer grabenartigen, völlig im Schatten liegenden Brachfläche pflanzten sie damals Gewächse, die in der Lage waren, hoch hinaus ins Licht zu wachsen. In Oberhausen konzipierten sie die Bepflanzung so, dass diese zukünftig ohne aufwendige Pflege von sich aus nach oben wächst. Rund 15 verschiedene Kletterpflanzen – Wilder Wein, Glyzinien, Clematis, Rosen, Aristolochia – sollen bald das Metallgerüst überziehen, in das die Treppen und Stege des vertikalen Gartens eingehängt sind. „Wir schaffen so ein vertikal orientiertes Parterre, durch das sich die Menschen hindurchbewegen sollen“, beschreibt Wilfried Kuehn die Intention der Architekten und ergänzt: „Wir mögen außerdem die industrielle Anmutung des Gartens, die auch ästhetisch die Verbindung zum Gewächshaus herstellt.“ (…)

von Fabian Peters | 17.10.2019 STYLEPARK

Nach oben…
Bild: KM, Juli 2025
D’en haut…
A suivre…

METAMORPHOSE DES INSEKTARIUMS

Verschmelzung von Architektur und Natur Skizze 2017 © atelier le balto

MONTRÉAL, KANADA, 2014–2022

Espace pour la vie, Kanadas größter naturwissenschaftlicher Museumskomplex, betraute Kuehn Malvezzi zusammen mit den in Montréal ansässigen Büros Pelletier de Fontenay und Jodoin Lamarre Pratte architectes sowie dem Berliner Landschaftsarchitekturbüro atelier le balto mit der Planung des neuen Insektariums in Montréal. Mit dem Konzept der Verschmelzung von Architektur und Natur gewann das Planungsteam 2014 den hierzu ausgelobten, internationalen Wettbewerb.

© Kuehn Malvezzi
Esquisses: © atelier le balto

Die Architektur des Insektariums wird nach außen durch drei archetypische Strukturen sichtbar, die eine behutsame Integration in die bereits bestehende Landschaft des Botanischen Gartens vermitteln. Ein eingefasster Schmetterlingsgarten dient als entspannter Ort des Willkommens. Der Garten fällt bis zum Sockel eines Gewächshauses ab, das eine zentrale Halle und Lebensräume für lebende Insekten enthält. Jenseits des Gewächshauses erhebt sich ein rätselhafter bepflanzter Hügel. Diesekokonartige Kuppel birgt die Sammlung des Insektariums.

La couverture vivante du Dôme © atelier le balto
Bild: Johannes Wigand_Kuehn Malvezzi August 2024
Bild: Johannes Wigand_Kuehn Malvezzi August 2024

Im Inneren löst ein präzise choreografierter Rundgang durch das Museum die Grenzen zwischen Mensch und Natur durch barrierefreie Ausstellungen und immersive Sinneserfahrungen auf: ein unterirdisches Labyrinth irritiert die menschlichen Sinne durch die Imitation des Sehens, Hörens und der Bewegungen von Insekten; in einer gewölbten Kuppelhalle wird die einzigartige Sammlung des Insektariums präsentiert; das lichtdurchflutetes Große Vivarium des Gewächshauses bietet den Besucher:innen einen unmittelbaren Kontakt zu lebenden Insekten in ihrem natürlichen Habitat.

Bild: ©James Brittain
Bild: ©James Brittain
Bild: ©James Brittain
Bild: ©James Brittain
© Kuehn Malvezzi / atelier le balto
© Kuehn Malvezzi / atelier le balto
© Kuehn Malvezzi / atelier le balto
Der Schmetterlingsgarten © atelier le balto
Bild: ©James Brittain
Bild: KM
Bild: KM
Bild: KM
Bild: Johannes Wigand, August 2024

PLANUNGSTEAM

Architektur und Museologie                               Kuehn Malvezzi, Berlin

Architektur                                                      Pelletier de Fontenay, Montréal

Architektur + Objektüberwachung                      Jodoin Lamarre Pratte architectes, Montréal

Landschaftsarchitektur                                     atelier le balto, Berlin

Haustechnik                                                     Dupras Ledoux, Montréal

Tragwerkplanung                                              NCK, Montréal

Bauingenieure                                                 Genie+, Lévis